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Projekts: HIER
Auszug aus einem Reisebericht von F. Flüggen (eingereicht im
Herbst 2002)
Schon zum sechsten Mal verbrachte Franz Flüggen, Mitglied der „Gruppe
Malabon und Dritte Welt e.V.“ vor kurzem einen „etwas anderen Urlaub“ in
Malabon.
Er hält die persönlichen Kontakte zwischen den Projektmitgliedern
hier und ihren Partnern in Malabon-Manila aufrecht. Mittlerweile kann er
ausgezeichnet beurteilen, wie es mit der Projektarbeit voran geht, was gut geregelt ist
und wo es manchmal auch etwas hakt.
Hier nun ein Auszug aus seinem jüngsten Reisebericht. Er zeigt, dass
das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ so wie es den Gruppenmitgliedern
von Anfang
an vorschwebte, optimal erfüllt wird, ja als „Schneeballsystem“ im Einzelfall
geradezu vorbildlich und selbsttätig funktioniert.
F. Flüggen besuchte u.a. die 27 jährige Jingle Calderon. Stellvertretend
für alle anderen ehemaligen Schüler des Projekts möchte er
hier ihren Werdegang
erzählen:
Nach sechs Jahren Grundschule arbeitete Jingle als 12 jährige bereits
als Aushilfskraft an einem Marktstand und putzte Gemüse. Da sie gute
Schulzeugnisse
hatte, wurde sie vom Projekt unterstützt, und machte 1995 ihren Abschluss
als Buchhalterin. Seitdem arbeitet sie in einer Bank, sie bezahlte die Schulgebühren
für ihren Bruder, der inzwischen als Ingenieur im Hafen von Manila arbeitet.
Beide bezahlen nun das Schulgeld für ihre jüngere Schwester und
eine Cousine.
Auf dem Platz ihrer ehemaligen Wellblechhütte steht nun ein kleines
Haus aus Stein und Holz, worin ihre Mutter einen Kiosk unterhält. Selbst
die
Nachbarhütten wurden mit ihrer finanziellen Hilfe und gemeinsamer Arbeit
renoviert, also echte Nachbarschaftshilfe !
Sehr oft wurde Franz Flüggen angesprochen, ob die „Gruppe Malabon“ nicht
auch an diesem oder jenem anderen Ort in Malabon helfen könne, wo doch
so viel
Elend herrscht. Dann konnte er leider nur antworten, dass die finanziellen
Mittel aus Übach-Palenberg und Umgebung zwar beachtlich, aber doch begrenzt
sind.
Aber es ist schön zu sehen, dass eine Arbeit wirklich Früchte trägt,
und „the people of Übach-Palenberg - Germany“ zu einem sehr geschätzten
Begriff
wurden.
Das MALABON -Projekt
Die Anfänge der örtlichen „Projektgruppe MALABON & Dritte
Weit e.V." lagen vor fast fünfzehn Jahren zu einem Gutteil am Städtischen
Gymnasium Übach-Palenberg.
Ehemalige Schüler und einige Lehrer gehören zu den Gründungsmitgliedern
des Vereins. Schüler, Eltern und Lehrer gehören zu den ideellen
und materiellen Förderern und Unterstützern.
Malabon ist ein teilweise durch Slums geprägter Stadtteil der philippinischen
Hauptstadt Manila.
Der Verein Projektgruppe MALABON & Dritte Weit e.V. in Übach-Palenberg
unterstützt in Zusammenarbeit mit der philippinischen Partnergruppe
um den katholischen Priester Father Boy Biliran und seine ehrenamtlich wirkende
Mitarbeiterin Dinah Santos das Förderprojekt für Schülerinnen
und Schüler aus Malabon und auf der philippinischen Insel Bohol.
Die Partnergruppe sucht geeignete Schüler vor Ort aus und hilft deren
Schulbesuch zu organisieren sowie mit finanziellen Mitteln aus Übach-Palenberg
und Umgebung zu bewerkstelligen: Schulgeld, Busfahrtkosten, Bücher-
und Schulmaterialienkauf usw. Eine begleitende intensive Familien- und Gemeinwesenarbeit
soll den Erfolg des Förderprojektes sicherstellen.
Eine Anzahl von durch uns geförderten Schülerinnen und Schülern
hat bereits die angestrebten Schul- und Berufsabschlüsse geschafft.
Falls erfolgreiche Absolventen durch beruflichen Einsatz nun eigene Einkünfte
erzielen können, wird von ihnen erwartet, dass sie nun ihrerseits den
Schulbesuch jüngerer Geschwister finanzieren. Prinzip der Partnergruppe
auf den Philippinen ist nämlich, dass nur immer ein einziges Kind aus
einer meist kinderreichen Familie Projektmittel erhält.
Schulabsolventen, die nicht sofort einen Arbeitsplatz finden, werden angehalten,
ihre im College erworbenen Fähigkeiten zeitweise in die Projektarbeit
einzubringen, z.B. in der ambulanten Gesundheitsstation mitzuhelfen, das
Schülerprojekt mitzuverwalten o.ä.
Der finanzielle Beitrag, der an unserer Schule für das Projekt aufgebracht
wird, setzt sich aus unterschiedlichen Posten zusammen. Eltern, Lehrer und
Ehemalige zahlen regelmäßig oder zu besonderen Gelegenheiten Spenden
auf das Projektkonto ein. Vor einigen Jahren war die SV sogar zeitweise Mitglied
im MALABON -Verein! Das ist leider nicht fortgesetzt worden! Allerdings hat
es auch schon Klassen oder Kursgruppen gegeben, die regelmäßig
oder sporadisch gespendet haben. Eine Nachahmung wäre wünschenswert!
An Elternsprechtagen und zu ähnlichen Gelegenheiten hat es sich eingebürgert,
dass Schülergruppen oder ganze Klassen einen Kaffee- und Teeausschank
betreiben und dadurch Spendensummen einnehmen.
In allen großen Pausen betreiben kleine Schülergruppen aus der
Mittelstufe den MALABON-Laden. Sie verkaufen Produkte von der GEPA (so genannte
Dritte-Welt-Artikel), vor allem aber umweltschonend hergestellte Schulhefte
und andere Schulartikel. Der Erlös aus diesem Verkauf fließt ebenfalls
in die Projektkasse.
Die Schülerinnen und Schüler leisten damit einen konkreten Beitrag
zur AGENDA 21-Arbeit, indem sie sich sowohl für die Umwelt als auch
für die Dritte/Eine Welt engagieren. Gelegentlich präsentieren
sie auch Informationen über die Produkte oder über den Fortgang
des Projektes. Sie weisen also verschiedene Fähigkeiten nach, v.a. auch
die offenbar nicht mehr ganz so aktuellen sozialen Kompetenzen.
Frau Bollermann und Frau Wefers betreuen das Projekt an der Schule. Initiatoren
und Mitbegleiter des Projekt gibt es auch am Städt. Gymnasium Herzogenrath.
Gez. Wf (Stand: 2001)
Konto-Nr. der Projektgruppe MALABON & Dritte Weit e.V.: 130 00 86
bei der Kreissparkasse Heinsberg, BLZ 312 512 20
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